Beziehungsgraph

Umfeld ist ein Beziehungsgraph, kein digitales Telefonbuch.

Google Contacts speichert, wie du jemanden erreichst. Es speichert nicht, wie ihr verbunden seid, durch wen ihr euch kennengelernt habt oder wer aus deinem Umfeld noch wen kennt. Genau das bildet ein Graph ab, eine Liste kann es nicht.

Eine Kontaktliste beantwortet eine einzige Frage: Wie erreiche ich diese Person? Jede Zeile steht für sich. Name, Nummer, E-Mail, fertig. Für ein Telefonbuch reicht das. Für ein Netzwerk aus Menschen nicht.

Sobald du fragst, wer wen kennt, wer dich mit wem verbunden hat, oder welche drei Leute aus deinem Umfeld sich eigentlich schon lange kennen, stößt die Liste an ihre Grenze. Sie hat Knoten, aber keine Kanten. Jede Beziehung zwischen zwei Menschen müsste als Freitext in ein Notizfeld gequetscht werden, unstrukturiert, und in zwei Jahren findest selbst du sie dort nicht mehr.

Umfeld dreht das um. Eine Beziehung ist kein Satz in einem Notizfeld, sondern ein eigenes Objekt in der Datenbank.

Eine Liste kennt keine Kanten.

Beziehungen als eigenständige Objekte

In Umfeld ist „kennt“, „Partner“, „Ex-Partner“, „Kollege“, „Mentor“, „verwandt mit“ oder „vorgestellt durch“ keine Notiz, sondern eine Kante zwischen zwei Kontakten mit eigenen Feldern: seit wann, bis wann, wie eng, und wie ihr euch kennengelernt habt, durch welche Person, über Tinder, über Instagram, auf einer Konferenz in Lissabon.

Der Unterschied wirkt zunächst pedantisch. Er ist es nicht. Eine Kante lässt sich abfragen, ein Freitextfeld nicht. „Wer hat mich mit Klara bekannt gemacht“ ist in einer Liste eine Erinnerungsübung. Im Graphen ist es eine Abfrage, die in Millisekunden zurückkommt.

Das ist auch der Unterschied zu einer Notion-Datenbank mit Relations: Zwei Einträge lassen sich verknüpfen, aber die Verknüpfung selbst bleibt leer, ohne Nähe, ohne Zeitraum, ohne Kennenlern-Kontext. Mehr dazu im Vergleich mit Notion.

Wer kennt wen

Die eigentliche Stärke zeigt sich, sobald zwei Kanten aufeinandertreffen. Kennt Mira jemanden, der auch Lukas kennt? Über wie viele Ecken bist du mit einer bestimmten Person verbunden? Das sind keine exotischen Fragen. Sie kommen ständig vor, beim Netzwerken, bei der Frage, wen du einladen kannst, ohne dass es unangenehm wird. Eine Liste kann sie grundsätzlich nicht beantworten. Ein Graph beantwortet sie, weil die Verbindung selbst gespeichert ist, nicht nur die beiden Enden.

Beispiel

Lukas kennt Mira (vorgestellt durch: Jonas, 2019)
Mira arbeitet mit Sofia
Sofia kennt Lukas (kennengelernt: Konferenz in Lissabon)

Frage: Wer verbindet Lukas und Sofia?
Antwort: Mira, seit 2019, über Jonas.

Die Zeitachse ist eine Ableitung, kein Formular

Ein Kontaktprofil in Umfeld ist kein Formular, das du brav ausfüllst. Es ist eine Sicht auf den Graphen: alles, was mit dieser Person passiert ist, an einem Ort. Jedes geloggte Treffen, jedes Lebensereignis, jede Aufgabe, jedes Geschenk hängt als Knoten am selben Kontakt und ergibt zusammen eine Zeitachse, die sich von selbst schreibt.

Du trägst die einzelnen Fakten ein, nicht die Geschichte. Die Geschichte entsteht, wenn du sie brauchst, als Begegnungen-Zeitstrahl oder als Antwort auf eine Frage, die du sonst dir selbst hättest stellen müssen.

Der Graph macht die KI gut

Ein Sprachmodell, das nur eine Kontaktliste sieht, kann Namen nachschlagen. Mehr nicht. Ein Modell, das den Graphen sieht, kann Fragen beantworten, für die du sonst dich selbst hättest fragen müssen: Wer aus meinem Netzwerk kennt jemanden bei diesem Unternehmen? Wen habe ich seit Monaten nicht gesprochen, der mir eigentlich wichtig war? Genau dafür verbindet sich Umfeld über MCP mit deiner KI, mehr dazu unter KI verbinden.

FAQ

Brauche ich einen Graphen, wenn ich nur zwanzig Kontakte pflege?

Bei zwanzig Kontakten merkst du dir die Verbindungen noch selbst. Der Graph lohnt sich, sobald dein Umfeld größer wird als das, was du im Kopf behältst, meistens irgendwo zwischen hundert und zweihundert Menschen.

Ersetzt der Graph Google Contacts?

Nein. Umfeld synchronisiert weiterhin mit deinen Google Kontakten, der Graph liegt als zusätzliche Ebene darüber.

Kann ich den Graphen sehen?

Ja, als Netzwerkgrafik im Dashboard. Für die meisten Fragen ist die Abfrage über die KI trotzdem schneller als das Betrachten eines Bildes.

Sieh deinen eigenen Graphen.

Verbinde deine Google Kontakte, Umfeld baut den Graphen aus dem, was schon da ist.